• Projektstandort im Westen Malis
  • Herstellung der neuen Öfen durch einen ortsansässigen Betrieb
  • Die Verringerung der gesundheitlichen Belastung macht sich insbesondere in geschlossenen Räumen bemerkbar
  • Kochen auf einem der neuen, effizienteren Kohleöfen

Energieeffizienzprojekt in Bamako (Mali)

Projektbeschreibung

Das westafrikanische Land Mali liegt in der Sahelzone; über die Hälfte des Landes ist Wüste. Ein weiteres Drittel ist von Wüstenbildung bedroht; nur auf 15 % der Fläche gedeihen Pflanzen. 10,8 % (13,2 Mio. Hektar) des Landes sind von Wald bedeckt. Da der Kampf gegen die Wüstenbildung eine der größten Herausforderungen des Landes ist, hat der Erhalt der Wälder höchste Priorität. Die Situtation wird dadurch verschärft, dass 80-90 % des Brennstoffbedarfs des Landes durch Holz und Holzkohle gedeckt werden. 50 % des Feuerholzes stammt aus Wäldern, die nicht wiederaufgeforstet werden. Die abgeholzten Flächen brei- ten sich daher immer weiter aus. Neben den negativen Auswirkungen auf die Umwelt ist das Verfeuern von Brennholz beim Kochen gesundheitsschädlich. Regelmäßiges Einatmen von Rauch kann zu ernsten Atemwegs- und Augen- erkrankungen und sogar zu Missbildungen bei Neugeborenen führen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben in Mali jedes Jahr 40.000 Menschen an den Folgen von Rauchentwicklung im Haus.

Das Projekt wird im Ballungsraum rund um die Hauptstadt Bamako durchgeführt. Früher war Holz der meistgenutzte Brennstoff; seit den späten 1990er Jahren geht der Trend immer mehr zu Holzkohle. Dieser Trend ist positiv, da die Nutzung von Holzkohle wesentlich energieeffizienter ist als jene von Holz. Während der Projektlaufzeit von zehn Jahren werden 300.000 traditionelle Kochöfen durch energieeffizientere Kohleöfen ersetzt. Die neuen Öfen werden in Bamako von einem ortsansässigen Betrieb hergestellt und schaffen somit Arbeitplätze. Obwohl die neuen Öfen nicht teuer sind und sich durch den geringeren Brennstoffbedarf schnell bezahlt machen, können viele Familie sie sich nicht ohne weiteres leisten. Obwohl das Pro-Kopf-Einkommen in Mali bei über 1000 US-Dollar im Jahr liegt, leben 75 % der Bevölkerung von weniger als einem Dollar am Tag. Oft sind sich die Menschen der Ineffizienz ihrer Öfen und der gesundheitlichen Belastung durch die starke Rauchentwicklung gar nicht be- wusst; sie müssen durch Informationskampagnen darauf aufmerksam gemacht werden. Die Kampagne und die Herstellung der Öfen wären jedoch ohne den Erlös aus dem Verkauf der Emissionsminderungszertifikate nicht finanzierbar, und die Abholzung der Wälder würde weiter ungebremst voranschreiten.

Projektdetails als PDF-Download
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